Unsere Produkte in Lülsdorf 

Anwendungen und Sicherheit

In der geplanten Hauptanlage, deren Bau wir derzeit prüfen, wird aus Ethylen und Sauerstoff hochreines Ethylenoxid hergestellt. Ethylenoxid, kurz EO, ist eine Grundchemikalie und Ausgangsstoff verschiedener Folgeprodukte. Diese dienen wiederum zur Herstellung von weit verbreiteten Chemikalien, wie zum Beispiel Tensiden und Polyolen. Sie finden in einer ganzen Reihe von Produkten Anwendung, die wir in unserem täglichen Leben nutzen: in Kosmetika, Körperpflege, Haushalts- und Industriereinigern bzw. Waschmitteln, in Medikamenten, Lebensmitteln und auch in Farben.

Am Standort Lülsdorf soll dieses EO direkt zu einer Reihe von Folgeprodukten weiterverarbeitet werden: zu Ethoxylaten, Ethylencarbonaten, Celluloseether und Polyethylenglykolen. In die Produktion der Ethylencarbonate fließt auch das am Standort zurückgewonnene CO2 ein. Ethylencarbonate sind eine entscheidende Komponente von Lithium-Ionen-Akkus, wie sie etwa in Elektroautos eingesetzt werden. Mit den geplanten Anlagen bringen wir daher auch das Zukunftsthema Elektromobilität voran.

Anwendungen von Ethylenoxid und -Folgeprodukten

Ethoxylate sind oberflächenaktive Stoffe, sogenannte nicht-ionische Tenside. Sie verringern die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit oder die Grenzflächenspannung etwa zwischen einer festen Oberfläche und einer Flüssigkeit. Sie besitzen eine außerordentliche Wirkungsvielfalt aus Schäumen, Benetzen, Emulgieren und Reinigen und haben daher ein breites Anwendungsspektrum:

Reinigungs- und Körperpflegemittel

Ethoxylate sind Grundkomponenten von Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemitteln wie Shampoos oder Duschgels. Sie sorgen zum Beispiel für Hautverträglichkeit, erzeugen einen perlenden Effekt und können die Fließeigenschaften von Flüssigkeiten verändern.

Textilverarbeitung

Schaum- und Netzmittel, Emulgatoren, Entschäumer sowie Dispergiermittel kommen in den folgenden Prozessen zum Einsatz: Reinigen, Spinnen, Bleichen, Entschlichten, Färben sowie Aufweichen von Fasern.

Bauindustrie

Hier kommen Tenside als Schaummittel für Karton und Gipsplatten, Zusätze zu Spanplatten und Fließmittel für Frischbetonmischungen zum Einsatz.

Polyole sind Grundstoffe von Polyurethan- oder kurz PU-Schaumstoffen. Sie besitzen ein faszinierendes Anwendungsspektrum in einer Vielzahl von Branchen.

Polyole für Weichschaum

PU-Weichschaumstoffe sind die Basis von komfortablen Kaltschaummatratzen oder Polstern mit hoher Rückprallelastizität. Auch Autositze und Fahrradsättel bestehen aus PU-Schaumstoff, ebenso wie der Formschaum von Armaturenbrettern. PU kommt in Bodenbelägen von Sportplätzen vor sowie in den Sohlen bequemer Sportschuhe.

Polyole für Hartschaum

PU-Hartschäume sichern die Wärmeisolierung beispielsweise in Kühlfahrzeugen. Hartschäume kommen auch in der Bauindustrie zum Einsatz, etwa in Paneelen, als Spritzschaumbelag oder Dichtschaum etwa beim Fenstereinbau. Und Montageschaumstoffe werden ebenfalls aus Polyolen hergestellt. Und selbst im Bergbau werden PU-Systeme zur Verdichtung rissiger Gesteinsschichten eingesetzt.

Polyole für CASE-Anwendungen

Spezial-Polyole kommen in Beschichtungen, Klebstoffen sowie Imprägnierungen und Dichtmassen vor. Aus speziellen Polyolen werden PU-Elastomere entwickelt, also gummiähnliche Stoffe, die zum Beispiel als Textilfasern eingesetzt werden. Diese Gruppe von Anwendungen werden unter dem Begriff CASE zusammengefasst: Coatings, Adhesives, Sealants and Elastomers. Auch industrielle Schmiermittel werden aus Polyolen hergestellt.

Ethylencarbonat wird unter anderem als Lösungsmittel verwendet. Die Chemikalie stellt insbesondere eine wichtige Komponente der Elektrolytlösungen für Lithium-Ionen-Batterien dar, etwa für Elektrofahrzeuge.

Durch Polymerisation von Ethylenoxid werden Polyethylenglykole (PEG) hergestellt. Dies sind wasserlösliche, nichttoxische Polymere, die in der Medizin, Pharmaindustrie, in industriellen Anwendungen und auch in Kosmetikprodukten eingesetzt werden. So werden PEG beispielsweise als Wirkstoffträger von Arzneimitteln etwa in Tabletten oder Salben verwendet. In Kosmetika sind PEG die Basis vieler Hautcremes und Lotionen, in Zahnpasta wirken sie als Dispergiermittel.

Ethylenoxid dient auch der sogenannten Veretherung von Cellulose, die etwa aus Baumholz gewonnen wird. Celluloseether besitzen ein außerordentlich breites Anwendungsspektrum:

In der Bauindustrie verbessern sie als Additive die Verarbeitbarkeit etwa von Gips, Putz und Mörtel; sie dienen auch als Klebstoffe. Darüber hinaus finden sie mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften etwa als Dispergiermittel, Emulgatoren oder Stabilisatoren in verschiedensten Branchen Anwendung, darunter Körperpflege und Kosmetik, Pharma-, Textil- und Lebensmittelindustrie. Celluloseether werden als Waschmittelzusätze genutzt und auch in Bohrflüssigkeiten der Erdölförderung.

Sicherheit im Blick

Ethylenoxid ist wie viele Grundchemikalien als Gefahrstoff klassifiziert. Es ist extrem entzündbar und kann bei Kontakt oder Einatmen gesundheitliche Schäden verursachen. Für die Produktion, Lagerung und den Transport von Ethylenoxid sowie aller weiteren Stoffe am Standort trifft die PCC daher strenge und umfassende Sicherheitsvorkehrungen. Diese werden kontinuierlich weiterentwickelt und regelmäßig durch externe Sachverständige und die zuständige Behörde überprüft. Denn die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unserer Nachbarn hat oberste Priorität.

Wir arbeiten in allen Anlagen mit modernsten technischen Standards und greifen auf jahrzehntelange Erfahrung in unserer Unternehmensgruppe mit der Verarbeitung, Lagerung und Transport von Ethylenoxid zurück. Eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden, der Werkfeuerwehr und auch dem Evonik-Werkschutz ist für uns selbstverständlich.