FAQ2020-05-13T16:02:08+01:00
Fragen und Anworten zum PCC-Projekt

FAQ

Ihre Fragen – unsere Antworten

Was bedeutet unser geplantes Projekt für Sie und die Region? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen, gebündelt in den FAQ (häufig gestellten Fragen), die wir für Sie zusammengestellt haben.

Bitte beachten Sie, dass sich das Projekt noch in der Prüfungsphase befindet. Auch wenn diese FAQ fortlaufend aktualisiert werden, kann es bis zum Abschluss der Planungsphase jederzeit zu Abweichungen und Änderungen in Bezug auf das Projekt kommen. Insbesondere im Hinblick auf die Bau- und Betriebsphase kann im Moment nur eine Prognose aufgestellt werden. Wir bitten um Verständnis.

Wir sehen auch weitere Informationsveranstaltungen zu unserem Projekt vor. Dazu warten wir allerdings ab, bis die Vorsichtsmaßregeln zum Schutz gegen Covid-19 weitgehend gelockert werden können und Zusammenkünfte dieser Art ohne Gefahr für die Gesundheit der Teilnehmer möglich sind.

1. Wer ist die PCC?2020-11-10T10:27:42+01:00

Wir sind eine inhabergeführte Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Duisburg. Unsere größte Sparte ist die Chemie mit den Segmenten Tenside, Polyole, Chlor, Spezialchemie und Konsumgüter. Daneben sind wir in den Bereichen Logistik und Energie aktiv. Gegründet wurde die PCC 1993 von Waldemar Preussner, der heute als Alleinaktionär den Vorsitz im Verwaltungsrat der Muttergesellschaft PCC SE innehat.

Als langfristig orientierter Investor hält die PCC SE Beteiligungen an weltweit 81 Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern. Die meisten unserer Standorte liegen in Europa, vor allem in Osteuropa, insbesondere in Polen, und Island. Darüber hinaus sind wir in den USA, Asien und Afrika tätig. Der Konzernumsatz lag 2019 bei 767,5 Millionen Euro. Erfahren Sie mehr >>

2. Welche Chemikalien will die PCC in Lülsdorf herstellen?2020-06-16T11:05:10+01:00

In der geplanten Hauptanlage soll aus Ethylen und Sauerstoff hochreines Ethylenoxid (EO) mit einer jährlichen Produktionskapazität von etwa 180.000 Tonnen produziert werden. Davon werden bis zu 140.000 Tonnen direkt am Standort weiterverarbeitet. Die restliche Menge soll an Kunden außerhalb des Standorts verkauft werden. In der Hauptanlage würde als Nebenprodukt zudem Monoethylenglykol erzeugt. Darüber hinaus soll in einer Nebenanlage CO2 klimaschonend zurückgewonnen werden.

Das Projekt umfasst neben der Hauptanlage nach aktueller Planung noch fünf weitere Anlagen, darunter mehrere zur Erzeugung von Polyethylenglykolen und Ethoxylaten, die rund 110.000 Tonnen des hier produzierten Ethylenoxids pro Jahr nutzen sollen. Zudem ist eine Ethylencarbonat-Anlage geplant, die jährlich mit einer Menge von etwa 20.000 Tonnen EO versorgt wird. In dieser soll das zurückgewonnene CO2 der Hauptanlage als Rohstoff wiederverwendet und so die CO2-Bilanz verbessert werden. Ethylencarbonat wird als Rohstoff für die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus, etwa für Elektroautos, benötigt. Weiterhin ist eine Anlage zur Herstellung von Celluloseether in Planung, welche bis zu 10.000 Tonnen EO pro Jahr benötigt.

3. Wozu dient Ethylenoxid?2020-06-16T11:05:21+01:00

Ethylenoxid ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Erzeugung verschiedener Folgeprodukte. Diese dienen wiederum zur Herstellung von weit verbreiteten Chemikalien mit Anwendungen in einer Vielzahl von Bereichen des täglichen Lebens: in Kosmetika, Körperpflegeprodukten, Haushalts- und Industriereinigern sowie Waschmitteln, in Medikamenten, Lebensmitteln und auch in Farben. Zu den wichtigsten Folgeprodukten, allgemein und speziell in diesem Projekt, gehören Ethoxylate, Ethylencarbonate, Celluloseether und Polyethylenglykole, die in neuen Anlagen am Standort Lülsdorf produziert werden sollen. Ethylencarbonate sind eine entscheidende Komponente von Lithium-Ionen-Akkus, wie sie etwa in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden.  Erfahren Sie mehr >>

4. Auf welchen Flächen sollen die Anlagen errichtet werden?2020-06-16T15:30:59+01:00

Die Ethylenoxid-Anlage soll auf der derzeit unbebauten Fläche innerhalb des Werkgeländes von Evonik zwischen Umspannwerk und Abwasserreinigungsanlage errichtet werden (in unmittelbarer Nähe zur Ethylen-Pipeline). Diese Fläche ist derzeit an einen Landwirt verpachtet. Nordwestlich vom geplanten Standort der Anlage ist im Bereich der Bahngleise zudem ein Tanklager vorgesehen. Im Kernbereich des Werksgeländes sind zusätzliche Produktionsanlagen zur Weiterverarbeitung von Ethylenoxid durch die PCC und in Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen geplant.

5. Wann beginnt der Bau und wie lange wird er dauern?2020-07-06T13:00:51+01:00

Im Rahmen der weiteren Projektprüfung plant die PCC, im Frühjahr 2022 bei der Bezirksregierung Köln die Anträge für die Anlagen nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) zu stellen. Bei einem positiven Bescheid sowie nach Finanzierungszusage durch die finanzierenden Banken und der finalen Investitionsentscheidung der PCC kann der Anlagenbau ab 2023 beginnen und wird dann voraussichtlich drei Jahre dauern.

6. Wird die PCC alle Anlagen selbst betreiben?2020-06-16T15:32:08+01:00

Nach aktueller Planung wird die PCC vier der insgesamt sechs vorgesehenen Anlagen selbst sowie eine Anlage gemeinsam mit einem Partner betreiben. Die Ethylenoxid-Anlage wird durch die PCC und die Produktion von Folgeprodukten größtenteils von PCC betrieben. Gleichzeitig wird die Ansiedlung mehrerer weiterverarbeitender Unternehmen am Standort geplant beziehungsweise geprüft.

7. Wie sind Evonik und die PCC miteinander verbunden?2020-06-16T15:32:35+01:00

Evonik und die PCC sind nicht miteinander verbunden. Durch die mehrjährige Geschäftsbeziehung ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen der PCC und Evonik entstanden. Das Vertrauensverhältnis ist eines der wesentlichen Kriterien dafür, dass sich die PCC zunächst für die weitere Prüfung der Ansiedlung in Lülsdorf entschieden hat. Evonik ist der Standortbetreiber in Lülsdorf. Die PCC würde die geplanten Nutzungsflächen pachten.

8. Welches Ziel verfolgt die PCC mit dem Projekt?2020-06-16T15:32:44+01:00

Innerhalb der PCC-Gruppe soll die Ethylenoxid-Anlage die langfristige Rohstoffversorgung für die PCC-Chemieunternehmen sichern. Diese nutzen Ethylenoxid insbesondere zur Herstellung von Tensiden und Polyolen. Zudem plant die PCC in Deutschland und international Investitionen in die Produktion von Ethylenoxid-Folgeprodukten. Das geplante Projekt reiht sich daher in eine Vielzahl von Aktivitäten der PCC ein, ihr Produktportfolio weiter auszubauen, um die Marktposition der Unternehmensgruppe langfristig zu sichern.

9. Wieso wählt die PCC Lülsdorf als Standort für das Projekt?2020-06-16T15:32:53+01:00

Die PCC hat im Vorfeld neun europäische Standorte untersucht. Grundsätzlich sind alle Industriestandorte denkbar, die über einen Anschluss an ein Ethylen-Netzwerk zur Rohstoffversorgung, eine gute Verkehrsanbindung und ausreichend Freiflächen verfügen. Lülsdorf erfüllt diese Kriterien und hat darüber hinaus mit Evonik einen Standortbetreiber, der jahrzehntelange Erfahrung im Chemieanlagenbetrieb mitbringt und höchste Standards bezüglich Sicherheit und Umweltschutz setzt. Für die PCC ist der Standort Lülsdorf deshalb momentan der Favorit für diese Investition in Höhe von rund 500 Millionen Euro.

Durch die mehrjährige Geschäftsbeziehung zwischen Evonik und der PCC ist ein gutes Vertrauensverhältnis entstanden. Das Vertrauensverhältnis ist eines der wesentlichen Kriterien dafür, dass sich die PCC zunächst für die weitere Prüfung der Ansiedlung in Lülsdorf entschieden hat.

10. Wie viele Arbeitsplätze werden durch das Projekt langfristig geschaffen?2020-06-16T15:33:03+01:00

Allein durch die geplante Investition der PCC können voraussichtlich 120 neue direkte Arbeitsplätze entstehen. Das Gesamtpotenzial mit den weiterverarbeitenden Betrieben summiert sich auf bis zu 200 Arbeitsplätze.

11. Wie profitieren die Bevölkerung und die Stadt Niederkassel von dem Projekt?2020-06-16T15:33:13+01:00

Die geplante Investition erhöht die Attraktivität des Chemiestandorts Lülsdorf und stärkt allgemein den Wohlstand sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Region. Allein durch die geplante Investition der PCC können voraussichtlich 120 neue direkte Arbeitsplätze entstehen. Das Gesamtpotenzial mit den weiterverarbeitenden Betrieben summiert sich auf bis zu 200 Arbeitsplätze. Darüber hinaus bietet die Investition – insbesondere durch die Modernisierungen im Bereich der Infrastruktur – Anreize für zusätzliche Unternehmen, sich ebenfalls am Standort Lülsdorf anzusiedeln und so noch weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

Das macht den Standort insgesamt zukunftssicher, sodass er weiterhin als größter Arbeitgeber einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung leistet. Dabei kommt der regionalen Wirtschaft nicht nur die Kaufkraft der neuen Mitarbeiter zugute, sondern sie profitiert auch von den zu erwartenden Aufträgen für lokale Zulieferer und Dienstleister.

12. Welches sind die wesentlichen Gefahreneigenschaften von Ethylenoxid?2020-06-16T15:33:33+01:00

Ethylenoxid gehört zu den Grundchemikalien, die zur Herstellung allgegenwärtiger Produkte dienen. Wie viele dieser Grundchemikalien ist Ethylenoxid ein Gefahrstoff, für dessen Umgang strenge Sicherheitsbestimmungen gelten: Ethylenoxid ist als extrem entzündbares Gas klassifiziert; es ist beim Einatmen giftig und verursacht bei direktem Kontakt Augen-, Atemwegs- und Hautreizungen; es kann Krebs erzeugen. Für Produktion, Lagerung und Transport von Ethylenoxid sowie der Ausgangsstoffe und auch der Folgeprodukte wird die PCC umfassende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Diese werden von externen Sachverständigen sowie den zuständigen Behörden regelmäßig überprüft beziehungsweise überwacht.

13. Was bedeuten die neuen Anlagen für die Sicherheit der Anwohner?2020-06-16T15:34:08+01:00

Die Sicherheit von Anwohnern und Mitarbeitern aller Standorte hat für die PCC höchste Priorität. Daher wird die Handhabung von Ethylenoxid ebenso wie die der Ausgangsstoffe und der Folgeprodukte unter Anwendung strenger und umfassender Sicherheitsvorkehrungen erfolgen. Die geplanten Anlagen werden nach dem neuesten Stand der Technik errichtet und anschließend laufend durch die PCC überwacht und gewartet. Die Ethylenoxid-Anlage und das -Tanklager werden geschlossene Systeme sein, deren Konstruktion Emissionen verhindert. Die Anlagen werden stets in sicheren Betriebszuständen arbeiten und leiten im Fall von nichtbestimmungsgemäßen Betriebszuständen geeignete Maßnahmen bis hin zur automatischen Abschaltung ein. Das geplante Sicherheitssystem genügt höchsten Standards, alle wichtigen Elemente sind redundant, das bedeutet sie sind mehrfach und voneinander unabhängig vorhanden.

Das geplante umfangreiche Sicherheitskonzept wird von eigenen Mitarbeitern am Standort und externen Sachverständigen regelmäßig überprüft und von den zuständigen Behörden überwacht werden.

14. Kann es durch Wartungsarbeiten an der Ethylenoxid-Anlage zu Emissionen kommen?2020-06-16T15:34:46+01:00

Die Ethylenoxid (EO)-Anlage und das EO-Tanklager sind geschlossene Systeme, deren Konstruktion Emissionen verhindert. Die Anlagen arbeiten stets in sicheren Betriebszuständen und leiten im Fall von nichtbestimmungsgemäßen Betriebszuständen geeignete Maßnahmen bis hin zur automatischen Abschaltung ein. Im behördlichen Genehmigungsbescheid, der auch im Internet veröffentlicht werden wird, werden die einzuhaltenden Grenzwerte sowie die Anforderungen an die Emissionsmessungen festgelegt, deren Einhaltung die zuständige Behörde überwacht.

Eine zentrale Anforderung an chemische Anlagen ist, diese als “technisch dicht” zu konzipieren und zu betreiben. Wird eine Leitung beispielsweise im Rahmen von Wartungsarbeiten geöffnet, wird sie aus Arbeitsschutz- und Explosionsschutzgründen zuvor vollständig gespült. Als maßgebliche Vorschrift gilt hier die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft, kurz “TA Luft”, die in Kapitel 4 die Anforderungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen und in Kapitel 5 die Anforderungen zur Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen festlegt.

15. Werden in den Planungen auch außergewöhnliche Szenarien wie etwa ein Flugzeugabsturz in die Ethylenoxid-Anlage berücksichtigt?2020-06-16T15:35:30+01:00

Ja, auch solche äußerst unwahrscheinlichen Szenarien werden bei der Planung bedacht. Die Fachleute sprechen von sogenannten „Dennoch-Störfällen“. Darunter versteht man Ereignisse, die sich aus der Verkettung von schon im Einzelnen unwahrscheinlichen Risiken oder eigentlich vernünftigerweise auszuschließenden Gefahrenquellen herleiten. Ein Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, ganz allgemein in Europa mit dem Flugzeug tödlich zu verunglücken, liegt laut einer Studie des Versicherers Allianz bei 1 zu 29 Millionen. Es ist deutlich wahrscheinlicher, vom Blitz getroffen zu werden. Dass ein Flugzeug nun genau in die Anlage in Lülsdorf abstürzt, ist also extrem unwahrscheinlich – und wird dennoch bedacht. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens prüft die zuständige Fachbehörde solche Dennoch-Störfälle im Rahmen der „übergeordneten Gefahrenabwehrplanung“.

16. Kann ein Störfall in der Ethylenoxid-Anlage weitere Störfälle auf dem Werksgelände auslösen?2020-06-16T15:36:20+01:00

Auch das Risiko durch einen sogenannten “Dominoeffekt”, das heißt durch einen potenziellen Eintritt weiterer Störfälle in der Umgebung, wird in der Planung bedacht. Dieses Risiko ist Bestandteil des Genehmigungsverfahrens und wird von der zuständigen Fachbehörde geprüft. Die Lage der Tanks wurde in den Planungen so gewählt, dass ein optimaler Abstand zu den Wohngebieten einerseits und den zu schützenden Betriebsbereichen andererseits besteht. Ein drittes Entscheidungskriterium war der Abstand zu Naturschutzgebieten.

17. Wird Ethylenoxid auf dem Werksgelände gelagert?2020-06-16T15:45:43+01:00

Von einer maximalen Jahresproduktion von 180.000 Tonnen Ethylenoxid (EO) würden nur maximal etwa 2.500 Tonnen Ethylenoxid in mehreren Tanks auf dem Standort gelagert. Nach dem derzeitigen, noch sehr frühen Stand der Planungen sind insgesamt fünf Einzeltanks geplant. Die endgültige Anzahl und Größe der Tanks wird im Rahmen des Genehmigunsverfahrens erörtert.

Diese Tanks werden als Vorratslager für die weitere Versorgung der Folgeanlagen dienen. Auch hier gibt es umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. Das Tanklager wird aus einer Reihe doppelwandiger erdgedeckter Tanks bestehen und so konzipiert sein, dass durch Leckagen an der Tankinnenwand kein Schaden für die Umwelt und die Umgebung entsteht. Jede Hülle aller Tanks wird kontinuierlich sowohl temperatur- als auch drucküberwacht werden. Alle Tanks sind durch die Erddeckung anprallgeschützt, besser temperaturisoliert und feuerresistent.

18. Wie werden die Ausgangsstoffe und das Produkt Ethylenoxid transportiert?2020-06-16T15:45:52+01:00

Die Hauptrohstoffe für die Ethylenoxid-Anlage sind Ethylen und Sauerstoff. Beide würden über Pipeline-Anschlüsse bis zur Anlagengrenze geliefert. Dies ist der umweltschonendste und sicherste Transportweg. Ethylenoxid würde am Standort selbst über eine neu gebaute Ringleitung transportiert. Außerhalb des Werkgeländes würde Ethylenoxid auf der Schiene transportiert. Dafür würden standardisierte Transportmittel wie Kesselwagen und Tankcontainer verwendet, die speziell für Gefahrguttransporte konstruiert, geprüft und zugelassen sind. Auch der Transport einiger Rohstoffe per Tankschiff wird angestrebt.

19. Welche Sicherheitsanforderungen sind an den Betrieb der Ethylen-Pipeline geknüpft?2020-06-16T15:46:00+01:00

Für die Produktion von Ethylenoxid (EO) wird Ethylen als Rohstoff benötigt. Diesen wird die PCC künftig über die Ethylen-Fernleitung der Infraserv Höchst beziehen. Der Anschluss ist bereits seit vielen Jahren am Standort Lülsdorf vorhanden, denn auch Evonik nutzt die Pipeline zur eigenen Versorgung mit diesem wichtigen Rohstoff. Die hochmoderne und mit der neuesten Sicherheitstechnik ausgestattete Fernleitung ist Teil des europäischen Ethylen-Pipeline-Netzwerks. Dieses erstreckt sich vom Süden Bayerns bis ins nördliche Nordrhein-Westfalen sowie in die Niederlande und nach Belgien. Die Pipeline-Spezialisten von Infraserv überwachen die Pipeline vom Leitstand in Frankfurt rund um die Uhr, sodass beispielsweise Druckschwankungen schnell erkannt werden können. Die Pipeline-Förderung von Ethylen geschieht mit einem sogenannten unterkritischen Verfahren. Dabei wird der Rohstoff mit einem geringen Druck (42 bar) durch die Leitung gefördert, um eine höhere Sicherheit zu gewährleisten. Über Notschieber, die sich elektronisch oder auch von Hand bedienen lassen, können bei Systemmeldungen Teile der Pipeline isoliert und es kann die Förderung unterbrochen werden. Die Leitung wird regelmäßig von der Bezirksregierung geprüft. Zusätzlich wird die gesamte Leitung turnusmäßig vom Hubschrauber aus überwacht. Auch von innen wird die Pipeline mit einem sogenannten Molch untersucht. Dabei wird der Molch, ein kleiner Roboter, durch die Leitung gepresst. Dieser reinigt und prüft die Pipeline auf Mikrorisse und Korrosionsschäden. Seit der Inbetriebnahme der Fernleitung vor über 50 Jahren ist es zu keinem Ereignis gekommen.

20. Wie können Anwohner nachvollziehen, ob in der Anlage die erforderlichen Grenzwerte von Emissionen eingehalten werden?2020-06-16T15:46:11+01:00

Im Genehmigungsbescheid der zuständigen Genehmigungsbehörde, der auch im Internet veröffentlicht wird, werden die einzuhaltenden Grenzwerte, sowie die Anforderungen an die Emissionsmessungen festgelegt. Die PCC kontrolliert und dokumentiert die Einhaltung der gesetzlich festgeschriebenen Grenzwerte engmaschig im täglichen Betrieb. Darüber hinaus überprüft die Bezirksregierung Köln das Einhalten der Grenzwerte. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben im Rahmen des Umweltinformationsgesetzes einen Anspruch darauf, die Ergebnisse der Überprüfung einzusehen.

21. Wer überwacht die Sicherheit der Anlage?2020-06-16T15:46:20+01:00

Das geplante umfangreiche Sicherheitskonzept wird von eigenen Mitarbeitern am Standort und externen Sachverständigen regelmäßig überprüft.

Die Bezirksregierung Köln ist für die Überwachung der Industrieanlagen in der Region zuständig. Evonik verfügt als Betreiber des Chemieparks über einen eigenen Werkschutz, eine Sicherheitszentrale sowie eine Werkfeuerwehr, die rund um die Uhr bereitstehen.

22. Welche Erfahrungen hat die PCC mit Ethylenoxid?2020-06-16T15:46:30+01:00

Die PCC-Gruppe hat jahrzehntelange Erfahrung im sicheren Umgang mit Ethylenoxid (EO), einschließlich Lagerung und Transport, und unterhält insbesondere EO-Tanklager in Polen, wo die Vorschriften für den Umgang mit Gefahrstoffen ebenso streng sind wie in Deutschland. Die beiden Tochterunternehmen PCC Rokita SA und PCC Exol SA setzen Ethylenoxid seit mehreren Jahrzehnten in der weiterverarbeitenden Produktion ein.

Diese jahrzehntelange Expertise ist sowohl für die Produktion von EO als auch für die Weiterverarbeitung entscheidend, denn in beiden Fällen kommt es auf einen sicheren Umgang mit der Chemikalie an. Hierbei spielen im Wesentlichen die Materialauswahl, die Anlagentechnik, das Sicherheitskonzept und die Sicherheitstechnik sowie das Automatisierungskonzept eine entscheidende Rolle. Bei diesen Aspekten gibt es keine Unterschiede zwischen Produktion und Weiterverarbeitung.

Aufgrund ihrer Expertise stellt die PCC Rokita SA das Personal für die technische Leitung des Projekts. Darüber hinaus arbeitet die PCC bei der geplanten Anlage in Lülsdorf mit ausgewiesenen und ebenso erfahrenen EO-Experten wie Scientific Design zusammen.

23. Gab es in Deutschland Störfälle bei anderen Ethylenoxid-Anlagen?2020-06-16T15:46:38+01:00

In Deutschland gibt es vier weitere Ethylenoxid produzierende Betriebe und eine Vielzahl von Unternehmen, die Ethylenoxid weiterverarbeiten. Störfälle werden der „Zentrale Melde- und Auswertestelle für Störfälle und Störungen in verfahrenstechnischen Anlagen“ (ZEMA) im Umweltbundesamt gemeldet und dort registriert und sind öffentlich einsehbar unter: https://www.infosis.uba.de/index.php/de/site/12981/zema/index.html

Für Ethylenoxid sind dort in den vergangenen Jahrzehnten vier Störfälle (1984, 1995, 2000 und 2016) verzeichnet. Verletzte gab es keine und es entstand jeweils kein oder nur geringer Sachschaden.

Bekannte Störfälle werden von Gesetzes wegen grundsätzlich bei der Anlagenplanung berücksichtigt, damit eine Wiederholung solcher Störfälle verhindert wird.

24. Mit welchen Beeinträchtigungen ist während des Baus der Anlage zu rechnen?2020-06-16T15:46:46+01:00

Wenn die Anlage errichtet wird, ist in der Bauphase, die etwa drei Jahre in Anspruch nehmen wird, ist vor allem mit erhöhtem Verkehrsaufkommen durch Baustellenfahrzeuge sowie den Baubetrieb zu rechnen. Dabei gehen die Beeinträchtigungen bei diesem Projekt nicht über die bei Bauvorhaben dieser Größenordnung üblichen hinaus. Eine Lärmbelästigung außerhalb des Werkgeländes wird nicht zu verhindern sein, soll aber auf ein Minimum reduziert werden. Außerdem wird geprüft, ob es möglich ist, die Anlieferung größerer Anlagenteile wie Tanks per Schiff direkt auf das Werkgelände durchzuführen. Weiterhin ist mit Staubemissionen während des Baubetriebs zu rechnen, die durch geeignete Maßnahmen, wie z.B. Staubbindung durch Wasservernebelung oder Befeuchtung von Baustraßen, minimiert werden. Deswegen wird PCC darauf hinarbeiten, bereits bei der Planung Auswirkungen für Anwohner und Nachbarn bestmöglich zu begrenzen.

25. Ändern sich die Produktionszeiten am Standort?2020-06-16T15:46:55+01:00

Nach aktuellen Planungen werden sich die Produktionszeiten mit den neuen Anlagen nicht ändern. Schon heute werden die Anlagen am Standort Lülsdorf zum großen Teil im kontinuierlichen Schichtdienst rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche betrieben.

26. Wie und in welchen Mengen soll der Rohstoff Propylenoxid antransportiert werden und wie viel wird auf dem Gelände gelagert?2020-06-16T15:47:06+01:00

Propylenoxid (PO) wird zur Herstellung verschiedener Ethylenoxid (EO)-Folgeprodukte verwendet. PO wird in Tanklastwagen oder Tankwaggons sowie auch per Schiff transportiert. Die PCC ist selbst ein Hersteller von PO und verfügt über langjährige Erfahrung im Umgang mit dieser Chemikalie. Die benötigte Menge an PO hängt vom Portfolio der Endprodukte ab, der Gesamtverbrauch wird etwa bei fünf Tankwaggons oder 10 ISO-Containern pro Woche liegen. Die voraussichtlichen Lagermengen von PO werden im Verlauf der weiteren Projektprüfung definiert.

27. Mit welcher Lärmbelästigung ist durch den Anlagenbetrieb zu rechnen?2020-06-16T15:47:19+01:00

Ziel der PCC ist es, den Lärmpegel zu minimieren. Die geplante Anlage würde nach den besten, heute gültigen und bewährten technischen Standards gebaut, um alle gesetzlich geforderten Emissions- und Immissionsgrenzwerte tagsüber und auch nachts einzuhalten. So werden die Lärmemissionen z.B. durch den Einbau von Schallschutzmatten an den Anlagen sowie Schalldämpfern an rotierenden Geräten weiter verringert.

Die genauen Schallemissionen können wir zum jetzigen frühen Zeitpunkt der Planungen noch nicht bestimmen, da noch keine Anlagenteile ausgewählt sind. Diese Informationen werden jedoch innerhalb des Genehmigungsverfahrens mittels eines Schallgutachtens erörtert und die einzuhaltenden Grenzwerte werden im Genehmigungsbescheid der zuständigen Genehmigungsbehörde festgelegt, der auch im Internet veröffentlicht wird.

28. Werden sich die Lichtemissionen erhöhen?2020-06-16T15:47:28+01:00

Die Anlagen müssen gemäß rechtlicher Anforderungen insbesondere zum Arbeitsschutz beleuchtet werden. Ziel der PCC ist es, die direkte Lichteinstrahlung in Richtung der umliegenden Stadtteile zu minimieren. Die einzuhaltenden Grenzwerte werden im Genehmigungsbescheid der zuständigen Genehmigungsbehörde festgelegt, der auch im Internet veröffentlicht wird. Hierbei sei insbesondere darauf verwiesen, dass Brandschutz, Schallschutz und Ausgestaltung von Arbeitsplatzbeleuchtung in der Planung eng miteinander verknüpft sind und einander beeinflussen werden.

29. Wird sich das Verkehrsaufkommen erhöhen?2020-06-16T15:47:35+01:00

Mit den geplanten neuen Anlagen am Standort Lülsdorf wird der Güterverkehr zunehmen. Denn durch die Erweiterung der Produktionskapazitäten, die den Standort stärken und zukunftssicher machen, werden auch mehr Endprodukte abtransportiert. Dabei prüft die PCC alle Möglichkeiten, um eine bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu finden, und hat zum Thema Verkehr ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben. Grundsätzlich werden die Transportwege auf Straße, Schiene und Rhein kombiniert. Die optimalen Verkehrsströme werden anhand der beauftragten Logistikstudie mit mehreren Szenarien simuliert, um eine Lösung zu finden, die Belastungen durch den zusätzlichen Güterverkehr so gering wie möglich zu halten.

30. Zu welcher Tageszeit ist mit Zugverkehr zu rechnen?2020-06-16T15:47:44+01:00

Zum jetzigen Zeitpunkt befinden wir uns noch in einem frühen Planungsstadium, können jedoch schon jetzt bestätigen, dass Zugverkehr nur tagsüber geplant ist.

31. Wie wird die Ethylenoxid-Anlage gekühlt und was geschieht mit der Abwärme?2020-06-16T15:47:56+01:00

Bei der Reaktion von Ethylen und Sauerstoff zu Ethylenoxid (EO) wird überschüssige Energie in Form von Wärme abgegeben. Die Anlage wird von einem Wasserkreislauf gekühlt und überträgt die Wärme an Kühlwasserkreisläufe, um Hochdruck- und Mitteldruckdampf zu erzeugen. So wird zum Beispiel der Hochdruckdampf hauptsächlich in der prozessintegrierten Herstellung von Monoethylenglykol wiederverwendet. Der Großteil der anfallenden Abwärme des EO-Prozesses wird direkt im Prozess wiederverwendet.

Für die geplanten Anlagen ist zur Kühlung ein geschlossenes Wasserkreislaufsystem vorgesehen. Es müssen nur geringe Verluste, etwa durch Verdunstung, ausgeglichen werden. Das verwendete System wird auf dem neuesten Stand der Technik für industrielle Kühlsysteme sein. Es findet keine Direktentnahme oder -rückführung aus dem oder in den Rhein statt.

32. Wer entscheidet über die Genehmigungen und wer wird beteiligt?2020-06-16T15:48:04+01:00

Die Bezirksregierung Köln ist für die Prüfung sowie für die Entscheidung über die Genehmigungen für die geplanten Anlagen federführend zuständig. Im Rahmen des Genehmigungsprozesses werden Träger öffentlicher Belange durch die Bezirksregierung Köln involviert. Dazu gehören zum Beispiel weitere Behörden, Naturschutzverbände, Kommunen sowie Feuerwehr und Rettungsdienste.

Das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) erfolgt mit Öffentlichkeitsbeteiligung durch die Bezirksregierung: Die Antragsunterlagen werden öffentlich ausgelegt und jeder Bürger kann darin Einsicht nehmen. Innerhalb einer gesetzlich geregelten Frist können Einwände gegen die Planung bei der Genehmigungsbehörde eingereicht werden, die von der Genehmigungsbehörde bei ihrer Entscheidung zu berücksichtigen sind.

33. Welche Genehmigungen benötigt die PCC für den geplanten Bau?2020-06-16T15:48:11+01:00

Das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) umfasst den überwiegenden Teil der anlagenbezogenen Genehmigungen und Studien. Eingeschlossen sind unter anderem die Baugenehmigung, die Gutachten zu Brandschutz, Schall, Boden, Emissionen, Licht, Verkehr, Arbeitsschutz und Artenschutz sowie der Sicherheitsbericht, der Bericht zur Cybersicherheit, die Umweltverträglichkeitsuntersuchung und der Bericht über flüssige und feste Abfälle.
Nicht integriert sind in diesem Genehmigungsverfahren insbesondere Aspekte des Wasserrechts. Diese würde die PCC in separaten Genehmigungsanträgen durch Studien zur Abwasserbehandlung beantragen.

34. Welche Umweltbelastung wird von den neuen Anlagen ausgehen?2020-06-16T15:48:21+01:00

Neben der Sicherheit von Anwohnern und Mitarbeitern hat der Umweltschutz für die PCC oberste Priorität. Die Abwässer aus dem Anlagenbetrieb würden in der am Standort schon vorhandenen zentralen Kläranlage gereinigt, bevor sie in den Rhein geleitet werden. Darüber hinaus würde die PCC ein Puffersystem installieren, das die Speicherung von Abwässern ermöglicht, falls eine zusätzliche Aufbereitung erforderlich sein sollte. Zur Kühlung der Anlage würde kein Wasser aus dem Rhein entnommen oder ihm zugeführt, da es sich um ein geschlossenes Kühlsystem handelt.

Für die Berücksichtigung der artenschutzrechtlichen Belange gemäß § 44 Bundesnaturschutzgesetz hat die PCC ein Artenschutzgutachten in Auftrag gegeben. Alle möglichen Einflüsse auf den Rhein als Lebensraum für Fische und andere Wasserlebewesen werden im Rahmen der Erstellung der Antragsunterlagen ebenfalls überprüft.

Das bei der Herstellung von Ethylenoxid entstehende CO2 würde zu rund 80 Prozent in einer Nebenanlage zurückgewonnen. CO2 wird dann als Rohstoff zur Herstellung von Ethylencarbonaten wiederverwendet und damit für eine wesentliche Verbesserung der CO2-Bilanz der EO-Anlage sorgen. Ethylencarbonate sind Hauptbestandteile von Elektrolyten für die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus, wie sie etwa in Elektroautos genutzt werden.

35. Welches Gefährdungspotential haben die Ethylenoxid-Folgeprodukte und in welcher Menge werden sie abtransportiert?2020-06-16T12:21:34+01:00

Die Ethylenoxid (EO)-Folgeprodukte, die am Standort produziert werden sollen, wie Ethoxylate beziehungsweise Tenside sowie Polyole haben im Allgemeinen ein geringes Gefährdungspotential. Sie werden in typischen Tanklastwagen oder -waggons befördert sowie in Isocontainern, die per Lkw, Schiene oder Schiff befördert werden können. Alle drei Transportmittel werden am Standort Lülsdorf eingesetzt. Wir von der PCC priorisieren den Transport per Bahn oder Binnenschiff.

Da die Produktion am Standort durch das Projekt der PCC ausgebaut werden würde, nähme auch der Güterverkehr insgesamt zu. Die Gesamtzahl der Lkw pro Tag kann theoretisch zwischen 26 und bis zu 30 liegen, wird in der Praxis jedoch deutlich geringer sein, da ein erheblicher Teil der Güter auf Schiene und per Schiff abtransportiert werden wird. Die genaue Verteilung auf die verschiedenen Transportarten ist in diesem frühen Projektstadium noch nicht abschätzbar.

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